Es gibt in Deutschland hunderte Förderprogramme – und genau das ist das Problem. Wer klein oder solo unterwegs ist, hat weder Zeit noch Lust, sich durch Antragsrichtlinien zu wühlen. Dieser Überblick sortiert die Programme, die für kleine Betriebe und Solo-Selbstständige 2026 tatsächlich relevant sind, nach Typ: erst die Zuschüsse, die Sie nicht zurückzahlen, dann günstige Kredite, dann Steuervorteile. Zu jedem Programm gibt es den Link zur offiziellen Stelle, damit Sie die Details aus erster Hand nachlesen können.
Eine Regel vorweg, sie gilt für fast alle Programme: Erst der Antrag, dann der Auftrag. Wer die Rechnung schon bezahlt oder den Vertrag schon unterschrieben hat, geht meist leer aus – rückwirkend wird kaum etwas gefördert.
Nicht rückzahlbare Zuschüsse
Das ist echtes Geld, das nicht zurückgezahlt werden muss – die attraktivste Förderart, aber oft mit klaren Bedingungen und begrenzten Töpfen.
- KOMPASS – Weiterbildung für Solo-Selbstständige. Bis zu 90 % Zuschuss, maximal 4.500 Euro, für Qualifizierung von Solo-Selbstständigen (mindestens zwei Jahre am Markt, höchstens eine Vollzeitkraft). Hinweis: Wegen hoher Nachfrage werden die Qualifizierungsschecks von Mai bis voraussichtlich Oktober 2026 nur begrenzt ausgegeben. → KOMPASS-Förderung 2026 im Detail
- BAFA-Beratungsförderung. 50 bis 80 % Zuschuss zu einer professionellen Unternehmensberatung (wirtschaftliche, finanzielle, personelle oder organisatorische Fragen). Antrag komplett online, ohne Vorab-Unterlagen. → BAFA-Beratungsförderung 2026 im Detail
- INQA-Coaching. 80 % Zuschuss zu einer Beratung rund um Personal und digitale Veränderung, bis zu 12 Coaching-Tage. Für kleine und mittlere Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten, die mindestens zwei Jahre am Markt sind. → INQA-Coaching (offiziell)
- Gründungszuschuss. Für den Sprung aus der Arbeitslosigkeit (ALG I) in die Selbstständigkeit: über bis zu 15 Monate ein monatlicher, steuerfreier Zuschuss – je nach ALG-I-Höhe summiert sich das auf einen vierstelligen bis niedrig fünfstelligen Betrag. → Gründungszuschuss (Bundesagentur für Arbeit)
- Einstiegsgeld. Das Pendant für Bezieher von Bürgergeld – ab dem 1. Juli 2026 „Grundsicherungsgeld" –, bewilligt über das Jobcenter im Einzelfall. → Einstiegsgeld für Selbstständigkeit (Bundesagentur für Arbeit)
- Regionale Digitalboni der Länder. Viele Bundesländer bezuschussen IT und Digitalisierung direkt, etwa der Digitalbonus Bayern oder MID Digitalisierung in NRW. Was es gibt, hängt vom Standort ab – die zentrale Suche steht in der Förderdatenbank. → Förderdatenbank des Bundes
Günstige Förderkredite
Kein geschenktes Geld, aber deutlich billiger als ein normaler Bankkredit – und teils mit einem Zuschussanteil, der nicht zurückgezahlt werden muss.
- ERP-Förderkredit Digitalisierung und Innovation (KfW). Für IT, Warenwirtschaft, KI-Tools, Cloud oder Cybersicherheit. Seit dem Wegfall des Mindestbetrags auch für kleine Vorhaben interessant, mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 200.000 Euro. → ERP-Förderkredit (KfW)
- ERP-Gründerkredit – StartGeld (KfW). Bis zu 125.000 Euro für Gründung und die ersten Jahre, mit einer Haftungsfreistellung, die der Hausbank einen Teil des Risikos abnimmt – gedacht für alle, die noch keine Sicherheiten vorweisen können.
- Bürgschaftsbanken. Sie geben selbst kein Geld, springen aber mit einer Bürgschaft ein, wenn der Hausbank die Sicherheiten für einen Kredit fehlen – oft der fehlende Baustein, damit eine Finanzierung überhaupt zustande kommt.
Steuerliche Förderung
Wirkt nicht über einen Antrag bei der Bank, sondern über die Steuererklärung – deshalb leicht zu übersehen.
- Investitions-Booster (degressive AfA). 30 % degressive Abschreibung auf betriebliche Anschaffungen. Senkt in den ersten Jahren die Steuerlast und lässt sich mit einer Finanzierung kombinieren. → Investitions-Booster 2026 im Detail
- Forschungszulage. Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung, unabhängig vom Gewinn – auch Einzelunternehmer und kleine Betriebe können sie beantragen.
So finden Sie das passende Programm
Die genannten Programme sind ein Startpunkt, keine vollständige Liste – dafür ist die Förderlandschaft zu groß und zu regional. Drei Anlaufstellen helfen weiter:
- Förderdatenbank des Bundes – zentrale Suche über alle Programme von Bund, Ländern und EU. → foerderdatenbank.de
- Ihre IHK – die Förderberatung Ihrer Industrie- und Handelskammer lotst oft kostenlos durch den Antragsdschungel. → Zuständige IHK finden (IHK-Finder)
- Ihre Handwerkskammer – gleiche Hilfe für Handwerksbetriebe, mit Betriebsberatern vor Ort. → Zuständige Handwerkskammer finden (ZDH)
Und weil es sich lohnt, die Regel zu wiederholen: Klären Sie die Förderung, bevor Sie kaufen oder unterschreiben. Ein guter Ablauf ist, das geplante Vorhaben einmal sauber aufzuschreiben – was, wofür, welcher Nutzen – und damit ins Beratungsgespräch zu gehen. Das brauchen Sie für fast jeden Antrag ohnehin, und es zeigt schnell, welches Programm passt.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Förder-, Steuer- oder Rechtsberatung. Programme, Fristen und Beträge ändern sich – maßgeblich sind die offiziellen Angaben der jeweiligen Förderstelle.
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