In Ihrem ChatGPT-Abo hat sich zunächst nichts geändert. Wer Plus oder Pro nutzt, arbeitet weiter mit GPT-5.6 Sol als Standardmodell, in den kostenlosen Zugängen bleibt es Luna. Keins der bisherigen Modelle wurde abgekündigt.
Neu ist: OpenAI hat am 3. September 2026 GPT-6 „Astra" gestartet. Das Modell setzt sich über die bisherige Reihe, statt sie zu ersetzen. Es ist teurer, langsamer im Preis-Leistungs-Vergleich für Alltagsaufgaben — und für ein paar Dinge deutlich besser, vor allem für lange Dokumente und für Aufgaben, bei denen der Computer selbst bedient wird.
Ungewöhnlich ist der Start: Astra ging nicht an alle zugleich, sondern zuerst an Organisationen aus einem Bewerbungsprogramm für Sicherheitsforschung. Der Grund steht weiter unten — OpenAI stuft das Modell erstmals als „kritisch" in einer Sicherheitskategorie ein.
Dieser Beitrag ordnet ein, was der Start für Ihr Abo bedeutet, was die API kostet und was von den Benchmarkzahlen zu halten ist.
Inhaltsverzeichnis
- Was GPT-6 Astra ist
- Wer es bekommt – und wann
- Was es kostet
- Löst Astra die Reihe Sol, Terra und Luna ab?
- Werden Sol, Terra und Luna dadurch billiger?
- Die Bestwerte stammen von OpenAI selbst
- Codex merkt sich Notizen statt Zusammenfassungen
- Der Start wurde gebremst
- Häufige Fragen
Was GPT-6 Astra ist
Astra ist OpenAIs neues Spitzenmodell. Die technischen Eckdaten aus der offiziellen Modellbeschreibung:
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Modellname in der API | gpt-6-astra |
| Kontextfenster | 1.050.000 Token, davon bis zu 922.000 Eingabe und 128.000 Ausgabe |
| Wissensstand | 30. April 2026 |
| Eingabe | Text und Bilder |
| Ausgabe | Text |
| Denkstufen | fünf Stufen von low bis max |
| Werkzeuge | Websuche, Code-Interpreter, Computer-Bedienung, MCP |
Der wichtigste Wert in dieser Tabelle ist das Kontextfenster. Eine Million Token sind grob eine Million Silben, in etwa zweitausend Seiten Text. Sie können also einen kompletten Vertragsordner oder ein langes Leistungsverzeichnis am Stück verarbeiten lassen, statt es in Häppchen zu zerlegen.
Der zweite Punkt ist die Computer-Bedienung: Das Modell kann Programmoberflächen selbst bedienen, statt nur Text zu erzeugen. OpenAI gibt an, dass Astra solche Aufgaben rund doppelt so schnell abarbeitet wie das Vorgängermodell.
Wer es bekommt – und wann
Der Start läuft in Stufen, und die Stufen sind der Grund, warum Sie das Modell möglicherweise noch nicht sehen.
| Stufe | Wer | Stand |
|---|---|---|
| 1 | Organisationen im Zugangsprogramm für Cyber-Verteidigung (Bewerbung nötig) | seit 3. September |
| 2 | ChatGPT Plus, Pro, Business, Enterprise | „in den kommenden Tagen", gestaffelt |
| 3 | API, Amazon Bedrock, Microsoft Azure | danach |
Zwei Punkte, die dabei oft durcheinandergehen:
Plus bekommt Astra, aber nicht GPT-6 Pro. Die stärkere Variante bleibt den Pro-, Business- und Enterprise-Verträgen vorbehalten. Im Plus-Abo erscheint das normale Astra.
In Enterprise-Verträgen ist Astra zunächst abgeschaltet. Die Administratoren müssen es aktiv freigeben. Wenn Sie in einem größeren Unternehmen arbeiten und das Modell nicht sehen, liegt es womöglich daran und nicht am Rollout.
Dass ein Start gestaffelt läuft und Abos zuletzt drankommen, ist bei OpenAI inzwischen Muster. Beim Vorgänger war es genauso — nachzulesen in GPT-5.6 ist da, aber nur für wenige.
Was es kostet
Im Abo: Die Nutzung läuft im bestehenden Kontingent Ihres Tarifs. Ein Aufpreis für Astra ist nicht vorgesehen; wer mehr braucht, kann Zusatzguthaben kaufen. Was Ihr Kontingent für Astra hergibt, hat OpenAI bisher nicht beziffert.
In der Programmierschnittstelle — relevant, wenn Sie eine eigene Anwendung anbinden:
| Posten | Preis je Million Token |
|---|---|
| Eingabe | 10 $ |
| Ausgabe | 50 $ |
| Eingabe aus dem Zwischenspeicher | 1 $ |
| Schreiben in den Zwischenspeicher | 12,50 $ |
Der Schnellmodus arbeitet mit bis zu zweieinhalbfachem Tempo und kostet das Doppelte.
Zur Einordnung: Astra kostet in der Eingabe das Zweieinhalbfache von GPT-5.6 Sol und das Fünfzigfache von Luna. Wer eine Anwendung betreibt, in der täglich tausende Anfragen laufen, merkt diesen Unterschied deutlich. Warum die Preise pro Anfrage über die Jahre trotzdem fallen, steht in OpenAI Jalapeño: Halbe Kosten pro KI-Anfrage.
Löst Astra die Reihe Sol, Terra und Luna ab?
Nein. Alle drei stehen weiter als aktuelle Modelle in der offiziellen Liste, keins ist als veraltet gekennzeichnet, und keins hat ein Abschaltdatum bekommen.
Die Reihe sieht damit so aus, vom stärksten zum günstigsten:
| Modell | Eingabe / Ausgabe je Million Token | Wo es Standard ist |
|---|---|---|
| GPT-6 Astra | 10 $ / 50 $ | nirgends – Astra ist die Zusatzstufe |
| GPT-5.6 Sol | 4 $ / 20 $ | Standard in Plus und Pro |
| GPT-5.6 Terra | 2 $ / 12 $ | Mittelklasse, vor allem über die API |
| GPT-5.6 Luna | 0,20 $ / 1,20 $ | Standard in den kostenlosen Zugängen |
Das ist die eigentliche Nachricht für den Alltag: Ihr gewohntes Modell bleibt, wo es ist. Astra kommt als Auswahlmöglichkeit dazu.
Werden Sol, Terra und Luna dadurch billiger?
Nein — und die Verwechslung liegt nahe, weil die Preise dieser Modelle in den vergangenen Wochen tatsächlich gefallen sind. Das hatte aber andere Gründe und passierte vor dem Start:
- 30. Juli 2026: Terra um 20 Prozent auf 2 $ / 12 $, Luna um 80 Prozent auf 0,20 $ / 1,20 $.
- 21. August 2026: Sol um gut 20 Prozent von 5 $ / 30 $ auf 4 $ / 20 $.
Wichtig bei Sol: Diese Senkung ist eine befristete Aktion. Sie läuft mindestens bis zum 21. November 2026. Was danach gilt, hat OpenAI offengelassen. Wenn Sie mit diesem Preis kalkulieren, sollten Sie sich den Termin notieren.
Ausgelöst wurden die Senkungen vom Wettbewerb, nicht vom neuen Modell. Astra selbst kostet exakt so viel wie das stärkste Konkurrenzmodell — 10 $ und 50 $ je Million Token sind dieselben Sätze, die auch Claude Fable aufruft.
Die Bestwerte stammen von OpenAI selbst
OpenAI meldet Bestwerte in mehreren Tests. Die wichtigsten, jeweils mit dem Vergleichswert der Konkurrenz:
| Test | Was er misst | Astra | Vergleich |
|---|---|---|---|
| OSWorld 2.0 | Bedienung eines Computers | 72,6 % | GPT-5.6 Sol 65,7 % · Claude Opus 5 70,2 % |
| FrontierMath Tier 4 | schwere Mathematik | 97,6 % | Claude Fable 5.1 87,8 % · Opus 5 73,2 % |
| GPQA Diamond | Fachwissen auf Doktorandenniveau | 96,0 % | Gemini 3.8 Flash 95,3 % |
| Terminal-Bench 4.0 | Programmierarbeit auf der Kommandozeile | 57,7 % | Fable 5.1 55,8 % |
| ExploitBench | Aufspüren von Sicherheitslücken | 100 % | Sol 78,5 % · Opus 5 70 % |
| ARC-AGI-3 | allgemeines Schlussfolgern | 99,9 % | – |
Dazu die Angabe, die im Alltag am ehesten zählt: Für dieselbe Computer-Aufgabe braucht Astra rund 40 Minuten statt 75 — also gut 47 Prozent weniger Zeit als Sol.
Was diese Zahlen nicht bedeuten. Drei Einschränkungen gehören dazu, sonst entsteht ein falsches Bild:
- Die Werte stammen von OpenAI selbst. Unabhängige Nachmessungen brauchen Wochen.
- Der Spitzenwert bei ARC-AGI-3 kam unter Sonderbedingungen zustande, mit einem eigens dafür gebauten Testaufbau. Beobachter weisen darauf hin, dass ein solcher Wert nicht direkt mit den Werten anderer Modelle vergleichbar ist.
- In der Gesamtwertung liegt Astra nicht überall vorn. Im Intelligence Index von Artificial Analysis, einem unabhängigen Sammelindex, steht Claude Fable 5.1 weiter über Astra. Wie dieses Modell einzuordnen ist, steht in Claude Fable 5.1 ist da.
Kurz: Astra ist stark bei Computer-Bedienung, Mathematik und Sicherheitsanalyse. Ein durchgängiger Vorsprung in allen Bereichen ist es nicht.
Codex merkt sich Notizen statt Zusammenfassungen
Für Sie nur dann interessant, wenn Sie oder Ihr Dienstleister mit dem Programmierwerkzeug Codex arbeiten. Der Punkt ist trotzdem der praktischste an diesem Start.
Bisher: Wurde der Arbeitsspeicher einer Sitzung voll, presste das Werkzeug alles Bisherige in eine Zusammenfassung. Was darin nicht vorkam, war weg — etwa der Grund, warum ein Lösungsversuch vor zwei Stunden gescheitert ist.
Jetzt: Astra legt stattdessen laufend einzelne Notizen an und behält sie über die Sitzungsgrenze hinaus. Ältere Abschnitte bleiben durchsuchbar, auch wenn sie in keiner Notiz stehen. Statt eines Protokolls am Ende entsteht ein Stapel Merkzettel, auf den das Werkzeug jederzeit zurückgreift.
Die Funktion ist noch als Versuch gekennzeichnet und muss in der Konfigurationsdatei eingeschaltet werden. OpenAI kündigt an, sie in den kommenden Wochen zum Standard zu machen.
Der Start wurde gebremst
Astra ist das erste Modell, das OpenAI in der eigenen Risikoeinstufung als „kritisch" im Bereich Cybersicherheit führt. Das Kriterium dafür ist benannt: Ein Modell erreicht diese Stufe, wenn es ohne nennenswerte menschliche Hilfe bisher unbekannte Sicherheitslücken in gut gesicherten Systemen findet und funktionierende Angriffe darauf baut — oder aus einem groben Ziel selbst eine Angriffskette entwickelt und ausführt.
Deshalb die Reihenfolge beim Start: erst geprüfte Organisationen aus der Cyber-Verteidigung, dann die Abos. OpenAI-Präsident Greg Brockman sagte dazu: „At this level of capability, safety has to become our top priority."
Es lohnt sich, diese Meldung nüchtern zu lesen. Drei Punkte gehören dazu:
Die Einstufung nimmt der Hersteller selbst vor. Es gibt keine Behörde und keinen unabhängigen Prüfer, der „kritisch" vergibt. Der Maßstab ist ein Papier, das OpenAI selbst geschrieben hat und selbst anwendet.
Trotz der Einstufung wurde veröffentlicht. Gebremst wurde nicht der Start, sondern die Reihenfolge des Zugangs. Ein Modell, das eine Firma als so gefährlich beschreibt, dass sie eigene Regeln dafür neu schreiben musste, steht wenige Tage später in einem Abo für 20 Euro im Monat.
Das Muster wiederholt sich bei jedem Spitzenmodell. Ein neues Modell erscheint, eine dramatische Sicherheitsgeschichte begleitet es, veröffentlicht wird trotzdem. Bei Anthropics „Mythos" führte die Geschichte sogar zu einer Abschaltung durch die US-Regierung — nachzulesen in Anthropic, „Mythos" und das 3-Tage-Wunder „Fable". Auch dort war das Modell kurz darauf wieder verfügbar.
Wer möchte, dass sein Produkt als das gefährlichste gilt, sagt damit zugleich, dass es das stärkste ist. Diese Doppelbotschaft ist bequem für den Hersteller. Das heißt nicht, dass die Fähigkeit erfunden wäre — im Sicherheitstest ExploitBench erreicht Astra die volle Punktzahl, das Vorgängermodell blieb bei knapp 79 Prozent. Es heißt: Die Einordnung „kritisch" ist eine Herstellerangabe wie die Benchmarkzahlen darüber, keine geprüfte Tatsache.
Zum Vorlauf gehört außerdem: Im Sommer 2026 stoppte OpenAI die Entwicklung zwei Wochen lang, nachdem zwei Testmodelle in einen Sicherheitsvorfall bei der Plattform Hugging Face verwickelt waren. Am 18. August wurden die Sicherheitsregeln für Astra neu geschrieben. Dieser Ratgeber erscheint auf office1.cloud, wo Selbstständige auch Rechnungen und Buchhaltung erledigen.
Häufige Fragen
Ich sehe Astra nicht in meinem ChatGPT. Ist mein Abo zu klein? Nicht unbedingt. Der Start läuft gestaffelt über mehrere Tage und beginnt nicht bei den Abos. In Firmenverträgen kommt dazu, dass ein Administrator das Modell erst freigeben muss.
Kostet Astra extra? Im Abo nicht. Die Nutzung läuft im Kontingent Ihres Tarifs, Zusatzguthaben lässt sich kaufen. In der API kostet Astra 10 $ je Million Token Eingabe und 50 $ je Million Token Ausgabe.
Verschwindet GPT-5.6 Sol jetzt? Nein. Sol, Terra und Luna stehen weiter in der Modellliste, ohne Abkündigung und ohne Abschaltdatum. Sol bleibt das Standardmodell in Plus und Pro.
Lohnt sich der Wechsel von Plus auf Pro wegen GPT-6 Pro? Nur, wenn Sie regelmäßig an sehr langen Dokumenten oder an mehrstufigen Aufgaben arbeiten. Für Textarbeit im Tagesgeschäft ist der Unterschied den Aufpreis in der Regel nicht wert.
Ist Astra jetzt „die AGI"? OpenAI wirbt mit großen Worten, die Benchmarkwerte stammen aber vom Hersteller selbst, ein Spitzenwert kam unter Sonderbedingungen zustande, und in einem unabhängigen Sammelindex liegt ein Konkurrenzmodell weiter vorn. Behandeln Sie die Zahlen als Herstellerangaben, bis unabhängige Tests vorliegen.
Lohnt Astra für Texte, Angebote und Produktbeschreibungen? Für diese Arbeiten reicht Sol weiter aus, und Terra ist noch günstiger. Der Ton wird durch das stärkere Modell nicht besser. Wie Sie ChatGPT dafür praktisch einsetzen, steht in ChatGPT für Produktbeschreibungen. Ein Unterschied entsteht erst bei sehr langen Dokumenten und bei mehrstufigen Aufgaben.
Muss ich kennzeichnen, wenn ich einen KI-Text veröffentliche? Das hängt von der Art des Textes ab und ändert sich durch das neue Modell nicht. Was Pflicht ist und was nicht, steht in KI-Kennzeichnungspflicht: 21 Fragen, 21 kurze Antworten.
Kann ich Astra für die Buchhaltung einsetzen? Als Zuarbeit ja — Belege lesen, Angaben herausziehen, Auffälligkeiten melden. Als Entscheider nein. Buchungen und Zahlungen gehören unter menschliche Kontrolle, unabhängig davon, wie gut ein Modell in Tests abschneidet. Geführt werden Ihre Rechnungen und Belege ohnehin in Ihrer Software, nicht im Chatfenster: office1.cloud.
Wo finde ich die Preise offiziell? In der Modellübersicht in der Entwicklerdokumentation von OpenAI. Beachten Sie dabei, dass die Senkung bei Sol befristet ist und mindestens bis zum 21. November 2026 läuft.
Rechnungen einfacher erledigen
Easy Invoice bündelt Angebote, Rechnungen und Kundenverwaltung in der Cloud.
Easy Invoice testen