Wer einen Online-Shop plant, vergleicht meist die Grundpreise der Systeme: Was kostet Shopify im Monat, was Shopware, was WooCommerce? Diese Zahlen sind aber nur die halbe Wahrheit. Die tatsächlichen Kosten entstehen woanders – bei den Erweiterungen. Fast jeder Shop braucht Zusatzfunktionen, die nicht ab Werk dabei sind: Anbindung an die Buchhaltung, einen bestimmten Zahlungsanbieter, Bewertungen, Newsletter, Rechtstexte, Versandetiketten. Diese Erweiterungen heißen je nach System App, Plugin oder Extension – gemeint ist dasselbe.
Der entscheidende Unterschied zwischen den Systemen ist nicht nur, was ein einzelnes Addon kostet, sondern nach welchem Modell es abgerechnet wird. Genau das übersieht man beim schnellen Vergleich – und wundert sich später über die laufenden Kosten.
Inhaltsverzeichnis
- Warum die Addons oft teurer sind als das Shopsystem
- Zwei Preismodelle, die Sie kennen müssen
- Shopify: größtes Angebot, aber laufende Kosten
- Shopware: kaufen oder mieten – und frei erweiterbar
- WooCommerce: viel kostenlos, Erweiterungen meist als Jahreslizenz
- JTL-Shop: kostenloser Kern, Plugins oft einmalig
- PrestaShop: Open Source mit Einmalkauf-Marktplatz
- Beispiel Rechtssicherheit: gleicher Bedarf, ganz andere Abrechnung
- Preismodelle und typische Kosten im Überblick
- Der Haken bei Cloud-Systemen – und wann sich ein eigenes Plugin lohnt
- Zwei Kostenposten, die keine Addons sind, aber dazugehören
- Was das für Ihre Entscheidung heißt
- Individuelle Shop-Plugins nach Ihren Vorgaben
Warum die Addons oft teurer sind als das Shopsystem
Ein Rechenbeispiel macht es deutlich. Ein Shopify-Basispaket kostet überschaubar im Monat. Ein durchschnittlicher Shop nutzt aber schnell fünf bis zehn zusätzliche Apps – für Bewertungen, Versand, Buchhaltung, Marketing, Rechtssicherheit. Zusammen können diese Apps 100 bis 200 Euro pro Monat kosten, in vielen Fällen also mehr als das Shopsystem selbst.
Über ein Jahr gerechnet sind das schnell 1.200 bis 2.400 Euro, die im ersten Preisvergleich gar nicht auftauchen. Deshalb lohnt es sich, vor der Systemwahl ehrlich zu überlegen: Welche Funktionen brauche ich wirklich – und wie werden sie beim jeweiligen System abgerechnet?
Zwei Preismodelle, die Sie kennen müssen
Hinter den vielen Zahlen stecken im Kern nur zwei Modelle:
- Monatliche Miete (Abo): Sie zahlen für jedes Addon Monat für Monat, solange Sie es nutzen. Der Einstieg ist günstig, aber die Kosten laufen dauerhaft weiter und summieren sich mit jeder zusätzlichen Funktion. Typisch für Shopify.
- Einmalkauf (ggf. plus Update-Gebühr): Sie kaufen ein Addon einmal und dürfen es dauerhaft nutzen. Manchmal kommt eine jährliche Gebühr für Updates und Support hinzu. Höhere Anfangskosten, dafür planbar und auf Dauer oft günstiger. Typisch für JTL, PrestaShop und selbst gehostete Systeme.
Ein drittes, verwandtes Modell ist die Jahreslizenz: Sie zahlen einmal im Jahr pro Erweiterung und Shop – üblich bei WooCommerce. Welches Modell günstiger ist, hängt davon ab, wie lange Sie den Shop betreiben und wie viele Erweiterungen Sie brauchen. Als Faustregel gilt: Je länger der Betrieb und je mehr Addons, desto eher lohnt sich Einmalkauf gegenüber Miete.
Shopify: größtes Angebot, aber laufende Kosten
Shopify hat mit über 8.000 Apps das mit Abstand größte Angebot. Für praktisch jeden Wunsch gibt es eine fertige Lösung, die sich mit wenigen Klicks installieren lässt – das ist die große Stärke. Der Preis dafür: Die allermeisten Apps werden monatlich abgerechnet, viele im Bereich von 5 bis 50 Euro pro Monat und App. Mit fünf bis zehn Apps landen Sie schnell bei 100 bis 200 Euro monatlich zusätzlich zum Grundpreis.
- Stärken: riesige Auswahl, einfache Installation, kein technisches Wissen nötig, Updates laufen automatisch.
- Schwächen: dauerhaft laufende Kosten, die mit jeder App steigen; Sie sind auf das App-Angebot angewiesen (mehr dazu weiter unten).
Shopware: kaufen oder mieten – und frei erweiterbar
Shopware bietet rund 2.900 Erweiterungen – deutlich weniger als Shopify, aber mit starkem Fokus auf den deutschsprachigen Markt und dessen Anforderungen. Beim Preis ist Shopware flexibel: Viele Plugins gibt es wahlweise als Einmalkauf oder zur monatlichen Miete. Dazu kommt, dass Shopware in einer selbst gehosteten Variante läuft – Sie können also eigene Funktionen ergänzen, die es fertig gar nicht gibt.
- Stärken: flexible Preismodelle, sehr anpassbar, auf deutsche Rechts- und Marktanforderungen ausgelegt.
- Schwächen: mehr Aufwand für Einrichtung und Wartung; hinzu kommen je nach Variante Hosting-Kosten und gegebenenfalls Agenturstunden. Die reine Cloud-Variante von Shopware ist wiederum eingeschränkter (siehe unten).
WooCommerce: viel kostenlos, Erweiterungen meist als Jahreslizenz
WooCommerce ist eine kostenlose Erweiterung für WordPress und lebt vom riesigen WordPress-Ökosystem mit über 60.000 Plugins. Viele einfache Plugins sind gratis. Für ernsthafte Funktionen – bestimmte Zahlungsarten, Versandlösungen, Buchhaltungsanbindung – zahlt man meist eine Jahreslizenz pro Shop, häufig im Bereich von rund 50 bis 200 Euro pro Plugin und Jahr. Das Grundsystem ist günstig, die Summe vieler Jahreslizenzen sollte man aber im Blick behalten.
- Stärken: viele kostenlose Plugins, sehr große Auswahl, niedrige Einstiegskosten, komplett selbst gehostet und damit frei erweiterbar.
- Schwächen: Sie sind für Updates, Sicherheit und das Zusammenspiel der Plugins selbst verantwortlich; bei vielen kostenpflichtigen Plugins summieren sich die Jahreslizenzen.
JTL-Shop: kostenloser Kern, Plugins oft einmalig
JTL ist im deutschen Handel besonders wegen der Kombination aus Warenwirtschaft und Shop verbreitet. Der JTL-Shop selbst ist in der Community-Edition kostenlos. Erweiterungen kommen aus dem JTL-Extension-Store und werden häufig als Einmalkauf angeboten – ein einzelnes Plugin kostet zum Beispiel um die 159 Euro einmalig (Stand 2026, ohne Umsatzsteuer). Manche Service-Partner bieten zusätzlich günstige Wartung für Updates an.
- Stärken: kostenloser Kern, planbare Einmalkosten, enge Verzahnung mit der Warenwirtschaft, selbst gehostet und erweiterbar.
- Schwächen: kleineres Angebot als Shopify; technisches Grundverständnis oder ein Partner für Einrichtung und Pflege ist sinnvoll.
PrestaShop: Open Source mit Einmalkauf-Marktplatz
PrestaShop ist ein kostenloses Open-Source-System mit einem eigenen Addon-Marktplatz. Die Erweiterungen dort werden überwiegend als Einmalkauf verkauft; die Preise reichen von wenigen Euro bis zu mehreren hundert Euro je nach Umfang. Auch hier gilt: Das System ist frei, die Summe der Addons entscheidet über die tatsächlichen Kosten.
- Stärken: kostenloses System, Einmalkauf-Modell, international verbreitet, selbst gehostet und erweiterbar.
- Schwächen: Qualität und Support der Addons schwanken je nach Anbieter; Wartung liegt bei Ihnen.
Beispiel Rechtssicherheit: gleicher Bedarf, ganz andere Abrechnung
Ein Bedarf, den in Deutschland praktisch jeder Shop hat, zeigt den Preismodell-Unterschied besonders deutlich: rechtssichere Pflichtangaben – AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutzerklärung, Cookie-Einwilligung und die korrekte Anzeige von Preisen und Versandkosten. Fast jedes System braucht dafür eine Erweiterung.
Bei Shopify läuft das typischerweise über eine kostenpflichtige App (bekannt ist etwa „German Market"), die monatlich abgerechnet wird – je nach Anbieter grob 10 bis 30 Euro im Monat, also 120 bis 360 Euro pro Jahr, und das dauerhaft. Bei WordPress/WooCommerce gibt es für denselben Zweck teils kostenlose Grundlösungen sowie kostenpflichtige Varianten als Jahreslizenz oder Einmalkauf. JTL und Shopware sind von Haus aus auf den deutschen Markt ausgelegt und bringen viele dieser Funktionen bereits mit oder lösen sie über einmalig gekaufte Plugins; bei PrestaShop kaufen Sie das passende Rechts-Addon meist einmalig.
Der Punkt ist nicht, dass ein System „das richtige" wäre – sondern dass derselbe Bedarf beim einen als dauerhafte Monatsgebühr, beim anderen als Einmalkauf auftaucht. (Die juristischen Texte selbst, etwa von einem Dienst für abmahnsichere Rechtstexte, kosten je nach Anbieter noch einmal extra – unabhängig vom Shopsystem.)
Preismodelle und typische Kosten im Überblick
Die folgenden Werte sind grobe Orientierung (Stand 2026) und hängen stark von Ihren konkreten Anforderungen ab:
| System | Grundsystem | Preismodell der Addons | Typische Addon-Kosten | Eigene Plugins möglich? |
|---|---|---|---|---|
| Shopify | monatliches Abo | überwiegend monatliche Miete | ~5–50 €/Monat je App, oft 100–200 €/Monat gesamt | nur eingeschränkt (Cloud) |
| Shopware | kostenlos bis kostenpflichtig, je Edition | Einmalkauf oder Miete | stark schwankend, ein- oder monatlich | ja, in selbst gehosteter Variante |
| WooCommerce | kostenlos (WordPress) | meist Jahreslizenz pro Shop | viele gratis; kostenpflichtig ~50–200 €/Jahr je Plugin | ja |
| JTL-Shop | kostenlos (Community) | häufig Einmalkauf | z. B. ~159 € einmalig je Plugin | ja |
| PrestaShop | kostenlos (Open Source) | überwiegend Einmalkauf | wenige bis mehrere hundert Euro einmalig | ja |
Die Tabelle zeigt das Muster: Cloud-Systeme wie Shopify sind bequem, aber die Kosten laufen monatlich weiter. Selbst gehostete Systeme verlangen mehr Eigenverantwortung, sind dafür bei den Erweiterungen planbarer – und in einem entscheidenden Punkt freier.
Der Haken bei Cloud-Systemen – und wann sich ein eigenes Plugin lohnt
Manchmal gibt es für eine Anforderung schlicht kein fertiges Addon – etwa eine Schnittstelle zu einer speziellen Warenwirtschaft, einem Großhändler oder einem individuellen Prozess in Ihrem Betrieb. Dann brauchen Sie eine maßgeschneiderte Erweiterung. Und hier trennt sich Cloud von selbst gehostet:
Bei reinen Cloud-Systemen (etwa Shopify oder die Shopware-Cloud) läuft Ihr Shop auf den Servern des Anbieters. Sie können dort keine beliebigen eigenen Erweiterungen einbauen, sondern sind auf das offizielle App-Angebot und dessen Schnittstellen beschränkt. Fehlt eine Funktion, müssen Sie warten, bis jemand sie als App anbietet – oder es geht gar nicht.
Bei selbst gehosteten Systemen (WooCommerce, Shopware in der self-hosted-Variante, JTL, PrestaShop) läuft der Shop auf Ihrem eigenen Webspace. Dort kann eine passende individuelle Erweiterung entwickelt und eingebaut werden.
So bekommen Sie genau die Funktion oder Schnittstelle, die Ihr Betrieb braucht, statt sich mit einem fertigen Addon zu behelfen, das nur zu 80 Prozent passt. Ob sich das lohnt, ist eine einfache Rechnung: Wiederkehrende monatliche App-Kosten oder ein Prozess, den kein Standard-Addon abdeckt, sprechen für eine eigene Lösung. Genau solche maßgeschneiderten Erweiterungen baut PepperTools – wie eine Anfrage abläuft, steht am Ende dieses Beitrags.
Zwei Kostenposten, die keine Addons sind, aber dazugehören
Damit die Rechnung ehrlich bleibt, gehören zwei Posten dazu, die streng genommen keine Erweiterungen sind:
- Wartung, Updates und Sicherheit. Bei selbst gehosteten Systemen (WooCommerce, Shopware, JTL, PrestaShop) müssen Sie den Shop aktuell und sicher halten – Updates einspielen, Backups anlegen, Sicherheitslücken schließen. Das erledigen Sie entweder selbst oder Sie zahlen einen Service-Partner beziehungsweise eine Agentur, realistisch in der Größenordnung von 100 bis 200 Euro im Monat. Bei Cloud-Systemen wie Shopify ist das im Abo enthalten. Dieser Posten relativiert den Einmalkauf-Vorteil: Die Addons sind günstiger, aber der laufende Betrieb kostet Pflege.
- Transaktions- und Zahlungsgebühren. Unabhängig von Addons fällt bei jeder Zahlung eine Gebühr des Zahlungsanbieters an. Shopify verlangt zusätzlich eine eigene Gebühr (grob 0,6 bis 2 Prozent vom Umsatz), wenn Sie nicht den hauseigenen Bezahldienst Shopify Payments nutzen. Das ist ein eigenes Thema, sollte aber in der Gesamtrechnung nicht fehlen.
Beide Posten ändern nichts am Kernpunkt dieses Artikels – dem Preismodell der Erweiterungen –, gehören aber in eine ehrliche Gesamtbetrachtung.
Was das für Ihre Entscheidung heißt
Es gibt nicht das eine günstigste System – es kommt auf Ihre Situation an:
- Sie wollen bequem starten, ohne Technik, und akzeptieren laufende Kosten? Dann ist ein Cloud-System wie Shopify naheliegend. Rechnen Sie die monatlichen App-Kosten von Anfang an mit ein.
- Sie betreiben den Shop langfristig, brauchen viele Erweiterungen oder eine individuelle Anbindung? Dann fahren Sie mit einem selbst gehosteten System (WooCommerce, Shopware, JTL, PrestaShop) auf Dauer oft günstiger und flexibler – auch weil eigene Plugins möglich sind. Einkalkulieren müssen Sie dafür Wartung und Sicherheit, die hier bei Ihnen liegen.
Bevor Sie sich festlegen, hilft ein Blick auf die grundsätzliche Systemfrage in unserem Vergleich Online-Shop-Systeme 2026. Wenn Sie Shopware selbst betreiben möchten, finden Sie in der Shopware-Installationsanleitung eine Schritt-für-Schritt-Hilfe. Und wer den Aufbau ganz abgeben will, findet im Beitrag Website erstellen lassen eine Kostenorientierung.
Individuelle Shop-Plugins nach Ihren Vorgaben
Wenn kein fertiges Addon zu Ihrem Bedarf passt, baut PepperTools Ihr Shop-Plugin individuell nach Ihren Vorgaben – für jedes Shopsystem, das Erweiterungen zulässt (also die selbst gehosteten Varianten von Shopware, WooCommerce, JTL oder PrestaShop; in der reinen Cloud ist das technisch nicht möglich). Ob eine Schnittstelle zu Ihrer Warenwirtschaft, ein besonderer Bestell- oder Preisprozess oder eine Funktion, die es so am Markt gar nicht gibt: Umgesetzt wird genau das, was Sie brauchen.
So läuft eine Anfrage ab:
- Sie stellen unverbindlich eine Anfrage über unser Kontaktformular und schildern kurz, was Sie brauchen: peppertools.de/de/kontakt.
- Wir telefonieren und klären die Details.
- Sie erhalten von uns ein konkretes Angebot.
- Sie entscheiden in Ruhe, ob wir es umsetzen sollen.
So sehen Sie vorab genau, was die individuelle Lösung kostet – und können sie den laufenden Addon-Kosten gegenüberstellen, um die es in diesem Beitrag geht.
Rechnungen einfacher erledigen
Easy Invoice bündelt Angebote, Rechnungen und Kundenverwaltung in der Cloud.
Easy Invoice testen