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Amazon Produkttitel: 75 Zeichen ab 27. Juli 2026 – und Amazons KI schreibt den Rest um

Amazon begrenzt Produkttitel ab dem 27. Juli 2026 auf 75 Zeichen inklusive Leerzeichen. Längere Titel werden nicht gesperrt, sondern von Amazons KI umgeschrieben – widersprechen dürfen aber nur Markeninhaber.

Amazon Produkttitel: 75 Zeichen ab 27. Juli 2026 – und Amazons KI schreibt den Rest um

Ab dem 27. Juli 2026 dürfen Produkttitel auf Amazon nur noch 75 Zeichen lang sein – inklusive Leerzeichen. Bisher waren es in den meisten Kategorien 200. Angekündigt hat Amazon das am 10. Juni 2026 im Verkäuferforum, wortgleich auf sellercentral.amazon.de und sellercentral.amazon.com. Wer heute einen typischen Amazon-Titel mit Marke, Modell, Farbe, Größe, Menge und drei Keywords im Bestand hat, liegt damit deutlich über der neuen Grenze.

Die wichtigste Nachricht vorweg, weil dazu gerade viel Falsches kursiert: Ihr Listing wird deswegen nicht gesperrt.

Was ab dem 27. Juli genau gilt

Amazons Formulierung ist knapp: Titel in allen Kategorien außer Medien müssen ab dem 27. Juli 2026 höchstens 75 Zeichen lang sein, Leerzeichen mitgezählt. Ein Titel wie „Edelstahl-Trinkflasche 750 ml, auslaufsicher, doppelwandig isoliert, BPA-frei, für Sport und Büro" hat 97 Zeichen – der wäre also zu lang. Und das ist noch ein zurückhaltendes Beispiel: Es fehlt die Marke, die in der Praxis vorne steht.

Als Begründung nennt Amazon zwei Punkte: Der Titel soll auf Mobilgeräten vollständig angezeigt werden, und er soll sich an der Titellänge anderer Onlineshops orientieren.

Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts. Bereits seit dem 21. Januar 2025 gilt eine Obergrenze von 200 Zeichen inklusive Leerzeichen „für die meisten Produktkategorien", ergänzt um strengere kategoriespezifische Limits in Amazons Style Guides. Die 75 Zeichen sind also die zweite Verschärfung innerhalb von 18 Monaten – und die deutlich härtere.

Was passiert, wenn Ihr Titel länger ist

Hier lohnt sich der genaue Blick, weil mehrere Ratgeberseiten derzeit von Sperrungen, unterdrückten Angeboten oder nicht mehr auffindbaren Artikeln schreiben. Amazon sagt das Gegenteil, und zwar wörtlich: Titel über 75 Zeichen werden nach dem 27. Juli schrittweise durch die KI-Empfehlung ersetzt – „Ihre Angebote bleiben während dieses Prozesses aktiv", und Titel wie Artikel-Highlights lassen sich jederzeit ändern.

Die reale Konsequenz ist also nicht Sperre, sondern Kontrollverlust: Wenn Sie nichts tun, entscheidet Amazons KI, welche 75 Zeichen von Ihrem Titel übrig bleiben – und welche Angaben verschwinden. Bei einem Titel, in dem Menge, Größe oder Kompatibilität steckt („für iPhone 15/16"), kann das der Unterschied zwischen gefunden werden und nicht gefunden werden sein.

Einen Fahrplan, wann welche ASIN umgestellt wird, hat Amazon nicht veröffentlicht. „Schrittweise" ist alles, was dazu bekannt ist.

Die 14 Tage Widerspruch gelten nicht für alle

Amazon räumt eine Frist von 14 Tagen ein, um die KI-Vorschläge zu prüfen, anzupassen und freizugeben. Diese Frist gilt aber ausdrücklich nur für Markeninhaber mit Brand Registry – und zwar für alle ASINs, die ihre Marke tragen, auch wenn andere Händler diese Artikel anbieten.

Reagieren Sie innerhalb der 14 Tage nicht, übernimmt Amazon die vorgeschlagenen Änderungen automatisch auf Ihren Produktseiten. Danach lässt sich zwar noch über den Support nachsteuern, aber der Vorschlag ist dann erst einmal live.

Für alle anderen ist das die eigentliche Nachricht dieser Änderung: Wer keine Brand Registry hat, bekommt kein Widerspruchsfenster. Sie können Ihre Titel jederzeit selbst kürzen – aber Sie bekommen keine 14 Tage, um einen KI-Vorschlag abzulehnen. Wer als Wiederverkäufer fremde Markenartikel führt, hat auf den Titel dieser ASINs ohnehin nur begrenzten Einfluss. Auf die naheliegende Frage aus dem Verkäuferforum, wer bei einem Artikel mit mehreren Wiederverkäufern entscheidet, hat Amazon nicht geantwortet.

Wer eigene Marken führt und noch keine Brand Registry hat, sieht hier ziemlich direkt, was sie im Alltag wert ist.

Artikel-Highlights: 125 Zeichen daneben

Parallel führt Amazon ein neues Feld ein: Artikel-Highlights (Item Highlights). Amazon beschreibt es als zusätzliche 125 Zeichen für Materialien oder empfohlene Anwendungsfälle, die Kunden beim Vergleichen helfen. Wichtig dabei: Dieser Inhalt ist suchbar und wird zusammen mit dem Titel in den Suchergebnissen und auf der Produktdetailseite angezeigt.

Zwei Dinge dazu, die oft durcheinandergehen:

  • Artikel-Highlights ersetzen nicht die Aufzählungspunkte. Die bekannten Bulletpoints unter „Über diesen Artikel" bleiben ein eigenes, technisch getrenntes Feld.
  • Die Rechnung 75 + 125 = 200 ist eine Rechnung, keine Amazon-Aussage. In Summe steht Ihnen zwar wieder etwa so viel suchbarer Platz zur Verfügung wie vorher, nur anders aufgeteilt. Ob Amazon beides gleich gewichtet, sagt Amazon nicht – und wer Ihnen erzählt, Artikel-Highlights hätten ein bestimmtes Ranking-Gewicht, spekuliert.

Amazons einzige konkrete Priorisierungsempfehlung lautet, die zentralen Produktinformationen im Titel zu behalten und zusätzliche Details in die Artikel-Highlights zu verschieben.

Ein Haken, den man kennen sollte: Beim Start der Ankündigung ließ sich das Feld praktisch nicht befüllen – Händler meldeten beim Upload die Fehlermeldung „100476: This attribute 'Item Highlight' is currently unsupported". Auch der Händlerbund monierte, dass die neuen Funktionen zum Zeitpunkt der Ankündigung nicht verfügbar waren. Wenn Sie das Feld also vorbereiten wollen, planen Sie ein, dass es bei Ihnen möglicherweise noch nicht funktioniert.

Wo Sie sehen, was Amazon mit Ihren Titeln vorhat

Die KI-Vorschläge liegen bereits jetzt im Seller Central, vor dem Stichtag:

  • Vorschläge ansehen und anpassen: Gesamten Lagerbestand verwalten → im Drop-down „Bearbeiten" → links „Verbesserungen anzeigen".
  • Vorschläge freigeben oder ablehnen (nur Brand Registry): Gesamten Lagerbestand verwalten → „Angebotsänderungen überprüfen". Dort bestätigen oder ablehnen Sie per Daumen hoch/runter.

Einen Bericht, der Ihnen alle zu langen Titel im Bestand auf einen Blick auflistet, nennt Amazon in diesem Zusammenhang nicht. Wer viele ASINs führt, kommt um einen Export des Bestands und eine Zeichenzählung in der Tabelle wohl nicht herum.

Welche Titel-Regeln daneben weiter gelten

Die 75 Zeichen kommen zu den Regeln aus dem Januar 2025 hinzu, sie ersetzen sie nicht:

  • Die Sonderzeichen !, $, ?, _, {, }, ^, ¬ und ¦ sind im Titel nicht erlaubt – außer sie sind Teil des Markennamens.
  • Dasselbe Wort darf höchstens zweimal vorkommen; Präpositionen, Artikel und Konjunktionen zählen nicht mit.
  • Werbeaussagen wie „Bestseller", „Sale" oder „Gratis Versand" gehören nicht in den Titel, ebenso wenig Preise oder Zustandsangaben.

In 75 Zeichen ist Keyword-Stuffing ohnehin keine Option mehr. Was in der Fachpresse als Reihenfolge empfohlen wird – Marke, Produkttyp, entscheidendes Merkmal –, ist allerdings ein Erfahrungswert der Branche, keine Amazon-Vorgabe.

Nebenbei: Wer auch auf Etsy verkauft, kennt diese Bewegung. Dort gelten seit Mai 2026 neue Titel-Regeln samt KI-Vorschlägen – die Marktplätze nehmen den Händlern das Texten des Titels gerade parallel aus der Hand.

Was Amazon offen lässt

Ehrlicherweise sind einige Punkte vier Wochen vor dem Stichtag ungeklärt, und zwar solche, die viele Händler direkt betreffen:

  • Was „Medien" genau umfasst, definiert Amazon in der Ankündigung nicht. Dass Bücher, Musik und Video gemeint sind, ist plausibel und wird von der Fachpresse so berichtet, steht aber nicht in der Amazon-Mitteilung.
  • Ob es neben Medien weitere Kategorie-Ausnahmen gibt. Im offiziellen Frage-Antwort-Thread haben Händler genau das für Art, Toys & Games und Bundles gefragt – Amazon hat nicht geantwortet, obwohl Amazons Hilfeseite zu Ausnahmen bei der Titellänge weiter existiert.
  • Wie es bei Varianten läuft – gelten die 75 Zeichen für den Parent, die Childs oder beide? Ebenfalls gefragt, ebenfalls unbeantwortet.
  • Ob der alte Titel nach der KI-Ersetzung wiederherstellbar ist. Dazu sagt Amazon nirgends etwas.
  • Für welche Marktplätze das gilt. Belegt ist die identische Ankündigung für amazon.de und amazon.com. Eine Amazon-Aussage „weltweit" gibt es nicht – Meldungen, die von „den europäischen Marktplätzen" sprechen, sind an dieser Stelle ungenauer als die Quelle.

Wonach Amazons Suche überhaupt entscheidet

Bevor man kürzt, sollte man wissen, worauf man optimiert. Und da fängt es unbequem an: Amazon veröffentlicht seinen Ranking-Algorithmus nicht. Es gibt keine Seite, auf der Amazon Ranking-Faktoren oder deren Gewichtung offenlegt. Was in Ratgebern als „der A10-Algorithmus" verkauft wird, ist ein Begriff aus der Händler-Community – Amazon hat ihn nie verwendet. „A9" gab es wirklich, das war eine Amazon-Tochter, die die frühe Suchtechnik gebaut hat. Ein „A10" hat Amazon nie angekündigt.

Was es gibt, sind Amazons eigene Empfehlungen und Amazons eigene Forschungspapiere. Beides zusammen ergibt ein brauchbares Bild.

Der Suchbegriff muss nicht wörtlich im Titel stehen. Das ist der Punkt, an dem die meisten Titel-Ratgeber zehn Jahre hinterherhängen. Amazon schreibt in seinem Forschungspapier „Semantic Product Search" (2019) selbst, dass reines Wort-für-Wort-Matching zu kurz greift: Es versteht keine Synonyme, scheitert an Varianten wie „Frau" und „Frauen" und an Tippfehlern. Amazon setzt deshalb seit Jahren zusätzlich Modelle ein, die aus dem Kaufverhalten gelernt haben, was zu einer Suchanfrage passt – auch ohne wörtliche Übereinstimmung. Abgeschafft ist das klassische Wort-Matching damit nicht: Amazon nennt auf seiner Forschungsseite Verhaltensdaten, lexikalische Treffer und semantische Treffer nebeneinander als drei Signale, die zusammenwirken. Wer also fürchtet, mit 75 Zeichen jedes weggefallene Wort ersatzlos zu verlieren, überschätzt die Wörtlichkeit dieser Suche.

Für „Keywords nach vorn" gibt es keinen Beleg. Die Behauptung, die ersten fünf Wörter zählten doppelt oder die ersten 80 Zeichen wögen schwerer, taucht in keiner Amazon-Quelle auf. Sie ist vermutlich aus einer Verwechslung entstanden: Rund 75 bis 80 Zeichen sind seit Jahren das, was die Amazon-App vom Titel überhaupt anzeigt, bevor sie ihn abschneidet. Das ist eine Anzeigegrenze, kein Ranking-Faktor – und sie erklärt nebenbei, woher die neuen 75 Zeichen kommen: Amazon macht aus der mobilen Abschneidegrenze eine Regel.

Wiederholen bringt nichts. Amazon schreibt in seinem eigenen SEO-Beitrag: „Wenn Sie eine Schlüsselphrase einmal verwenden, brauchen Sie sie wahrscheinlich kein zweites Mal" – und deutlicher: „Keyword-Stuffing kann die Kundenerfahrung verschlechtern und Ihrem Ranking schaden." Dazu passt die Regel, dass dasselbe Wort im Titel höchstens zweimal vorkommen darf.

Verhalten wirkt – nur nicht so, wie es verkauft wird. Dass Klicks und Käufe eine Rolle spielen, ist keine Spekulation: Amazons Suchmodelle werden nach eigenen Angaben genau damit trainiert – gekaufte Artikel gelten als positives Beispiel, gesehene, aber nicht gekaufte als negatives. Wer angeklickt und gekauft wird, wird öfter gezeigt. Was dagegen frei erfunden ist, sind die Prozentzahlen: „Conversion Rate macht 50 % des Rankings aus" steht in keiner Amazon-Quelle, und die Ratgeber, die solche Zahlen nennen, widersprechen sich gegenseitig (mal 15 %, mal 30–40 %, mal „der wichtigste Faktor überhaupt"). Wo jeder eine andere Zahl hat, hat sie keiner gemessen.

So schreiben Sie den besten Titel für Ihr Produkt

Daraus folgt das eigentliche Prinzip: Ihr Titel hat zwei Adressaten, und der Mensch ist der wichtigere von beiden. Die Maschine sorgt dafür, dass Sie überhaupt in der Ergebnisliste auftauchen – und dabei ist sie toleranter, als die Keyword-Folklore glauben macht. Ob Sie dort geklickt und gekauft werden, entscheidet der Kunde in einer halben Sekunde beim Überfliegen. Und weil genau dieses Verhalten wieder in Amazons Modelle zurückfließt, ist der lesbare Titel nicht die Alternative zur Suchmaschinen-Optimierung, sondern ihr Weg dorthin. Ein Titel, der wie eine Stichwortliste aussieht, verliert nicht am Index – er verliert am Kunden, und darüber dann doch am Index.

Bemerkenswert ist deshalb, womit Amazon die 75 Zeichen begründet: mit der vollständigen Darstellung auf dem Handy und der Angleichung an andere Onlineshops. Kein Wort von Ranking oder SEO. Und schon im September 2025, lange vor dieser Ankündigung, empfahl Amazon im eigenen Verkäufer-Blog: Titel-Limit 200 Zeichen, „wir empfehlen nicht mehr als 60". Die 75 Zeichen sind also keine Kehrtwende, sondern das Ende einer Empfehlung, die kaum jemand befolgt hat.

So bringen Sie einen Titel auf 75 Zeichen

Am Beispiel von oben lässt sich gut zeigen, wo die Zeichen hingehen. Ausgangslage, 97 Zeichen:

Edelstahl-Trinkflasche 750 ml, auslaufsicher, doppelwandig isoliert, BPA-frei, für Sport und Büro

Mit Marke vorne, ohne „BPA-frei" und ohne den Einsatzzweck sind es 78 Zeichen – immer noch drei zu viel:

Markenname Trinkflasche Edelstahl 750 ml, doppelwandig isoliert, auslaufsicher

Erst wenn „doppelwandig" fällt (die Isolierung ist die Aussage, die Bauweise ist das Detail), passt es mit 65 Zeichen und etwas Luft:

Markenname Trinkflasche Edelstahl 750 ml, isoliert, auslaufsicher

Der Rest ist nicht verloren, sondern zieht in die Artikel-Highlights um – 71 der erlaubten 125 Zeichen, laut Amazon suchbar und in den Suchergebnissen neben dem Titel sichtbar:

BPA-frei, spülmaschinenfest, Trageschlaufe, für Sport, Büro und Fahrrad

Was sich daran zeigt, lässt sich auf fast jeden Titel übertragen:

  • Zählen Sie nach, statt zu schätzen. 75 Zeichen inklusive Leerzeichen sind weniger, als man denkt. Wer viele ASINs hat, exportiert den Bestand und lässt die Länge in der Tabelle rechnen – die Titel im Bestand sind fast alle für 200 Zeichen geschrieben.
  • Zuerst fliegt raus, was ohnehin verboten ist: Werbefloskeln wie „Bestseller" oder „Gratis Versand", Preise, Zustandsangaben, ein zum dritten Mal wiederholtes Wort.
  • Danach die Füllwörter. „Hochwertig", „praktisch", „ideal für", „Premium" – danach sucht niemand, und sie beschreiben nichts. Auch Synonymketten („Trinkflasche Wasserflasche Sportflasche") kosten nur Platz.
  • Drin bleibt, was die Kaufentscheidung trägt: Kompatibilität („für iPhone 15/16"), Menge, Größe, Farbe. Gerade bei Varianten ist das kein Detail – ohne diese Angabe greift der Kunde zur falschen Variante. Das deckt sich mit Amazons einziger konkreter Empfehlung dazu: die zentralen Produktinformationen im Titel behalten, zusätzliche Details in die Artikel-Highlights verschieben.
  • Ein Synonym weniger ist kein Rankingverlust. Weil Amazon Synonyme, Plural und Tippfehler ohnehin selbst auflöst, ist „Trinkflasche Wasserflasche Sportflasche" kein dreifacher Treffer, sondern zweimal verschenkter Platz.
  • Reihenfolge Marke, Produkttyp, entscheidendes Merkmal. Das ist Branchenpraxis, keine Amazon-Vorgabe – und sie zielt nicht auf den Index, sondern auf das Auge: Der Kunde liest die ersten Wörter und entscheidet in einer halben Sekunde weiter oder weg.

Sollten Sie Amazons KI-Vorschlag nutzen?

Ansehen: auf jeden Fall. Der Vorschlag liegt schon jetzt im Seller Central, und er zeigt Ihnen genau das, was ab dem 27. Juli passiert, wenn Sie nichts tun. Das ist die nützlichste Information, die Sie gerade bekommen können – auch dann, wenn Sie am Ende Ihren eigenen Titel schreiben.

Ungeprüft übernehmen: eher nicht. Amazons KI kennt Ihr Sortiment nicht so wie Sie. Sie weiß nicht, dass bei Ihnen die Kompatibilitätsangabe die halbe Conversion trägt oder dass „750 ml" der Grund ist, warum Kunden zugreifen. Und wie der Vorschlag gewichtet wird, legt Amazon nicht offen. Für Markeninhaber mit Brand Registry ist deshalb genau das der Sinn der 14 Tage: nicht abnicken, sondern anpassen. Wer keine Brand Registry hat, schreibt seine Titel besser vor dem 27. Juli selbst – ein Widerspruchsfenster gibt es dann nämlich nicht.

Und wenn Sie ChatGPT oder ein anderes Tool zum Kürzen einsetzen? Als Textknecht gut brauchbar, gerade bei ein paar hundert Titeln. Zwei Dinge dabei: Lassen Sie die Zeichen nicht von der KI zählen, sondern von der Tabellenkalkulation – Sprachmodelle verzählen sich beim Zeichenzählen zuverlässig. Und geben Sie dem Modell die Regeln mit, sonst schreibt es Ihnen Werbefloskeln zurück, die Amazon im Titel nicht erlaubt. Wie sich das im Alltag sauber aufsetzen lässt, steht in unserem Beitrag ChatGPT für Produktbeschreibungen.

Der 27. Juli ist übrigens nicht die einzige Amazon-Baustelle dieses Monats: Schon ab dem 20. Juli vergibt Amazon in der EU auch die Buy Box nach neuen Regeln.

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