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Zahlungsanbieter für Onlineshops: Gebühren im Vergleich und welche Zahlarten Sie 2026 brauchen

PayPal plus ein zweiter Anbieter genügt für die meisten Shops. Welche Zahlarten Sie wirklich brauchen, was die Anbieter kosten – und warum die Fixgebühr bei kleinen Warenkörben wichtiger ist als der Prozentsatz.

Zahlungsanbieter für Onlineshops: Gebühren im Vergleich und welche Zahlarten Sie 2026 brauchen

Die Empfehlung vorweg: Ein typischer kleiner deutscher Onlineshop fährt am besten mit PayPal, Kartenzahlung (inklusive Apple Pay und Google Pay) und Vorkasse – abgewickelt über zwei Zugänge: PayPal direkt und Mollie für alles andere. PayPal ist nicht verhandelbar, weil dort 28,7 Prozent des deutschen Online-Umsatzes durchlaufen; wer es aus dem Checkout nimmt, sieht das unmittelbar an den Bestellzahlen. Binden Sie es aber direkt an und nicht über den Zahlungsdienstleister – über Mollie kostet jede PayPal-Zahlung 10 Cent extra. Mollie deckt den Rest ohne Grundgebühr und ohne Vertragslaufzeit ab: Karten für 1,80 Prozent + 0,25 Euro, SEPA-Lastschrift für 0,35 Euro und Klarna für 2,99 Prozent + 0,35 Euro, ohne dass Sie mit Klarna selbst verhandeln müssen. Drei Abweichungen: Wer viel über Karte umsetzt und technisch fit ist, nimmt Stripe statt Mollie (1,5 Prozent + 0,25 Euro auf EWR-Karten). Wer Shopware nutzt, nimmt Shopware Payments (1,65 Prozent + 0,27 Euro, PayPal ohne Aufschlag). Und wer bei Shopify ist, nimmt Shopify Payments, weil Shopify auf jeden fremden Anbieter zusätzlich bis zu 2 Prozent aufschlägt.

Warum das so ist und wo die teuren Fehler lauern, steht unten. Alle Preise sind Listenpreise mit Stand Juli 2026 – prüfen Sie sie vor dem Vertragsabschluss noch einmal beim Anbieter, sie ändern sich regelmäßig. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Brauchen Sie überhaupt einen Zahlungsanbieter?
  2. Zahlungsart, Anbieter, Dienstleister – der Unterschied in fünf Sätzen
  3. Womit Ihre Kunden in Deutschland tatsächlich bezahlen
  4. Was die Anbieter kosten
  5. Rechenbeispiel: Was bei 15, 60 und 400 Euro hängen bleibt
  6. Warum Sie PayPal direkt anbinden sollten
  7. Bevor Sie verkaufen: Freischaltung, Unterlagen, ausgeschlossene Branchen
  8. Drei Fallen, die richtig Geld kosten
  9. Was Sie nicht dürfen: Aufpreis für eine Zahlart
  10. Buchhaltung: Sammelauszahlungen und Gebühren
  11. Verkauf ins EU-Ausland – und warum iDEAL bald verschwindet
  12. Wenn Sie später wechseln wollen

Brauchen Sie überhaupt einen Zahlungsanbieter?

Wenn Sie ausschließlich über Etsy, eBay oder Amazon verkaufen: nein. Dort wickelt der Marktplatz das Bezahlen ab, zieht seine Gebühren ein und überweist Ihnen den Rest. Sie brauchen keinen eigenen Vertrag und können sich den Rest dieses Artikels sparen – relevant wird er erst, wenn Sie einen eigenen Shop danebenstellen.

Sobald Sie aber einen eigenen Shop betreiben, führt kein Weg daran vorbei. Und die Entscheidung fällt früher, als die meisten denken: Bevor der Shop live geht, muss der Zahlungsanbieter freigeschaltet sein, und das kann dauern.

Zahlungsart, Anbieter, Dienstleister – der Unterschied in fünf Sätzen

Die Zahlungsart ist das, was Ihr Kunde im Checkout anklickt: PayPal, Kreditkarte, Lastschrift, Rechnung.

Der Zahlungsdienstleister – oft PSP genannt, für Payment Service Provider – ist die Firma dahinter, die das Geld technisch abwickelt und an Sie auszahlt. Stripe, Mollie, Unzer und PAYONE sind reine Dienstleister; sie tauchen im Checkout gar nicht auf.

Verwirrend ist PayPal, weil es beides gleichzeitig ist: eine Zahlungsart, die Kunden kennen und anklicken, und ein Anbieter, bei dem Sie ein Händlerkonto führen. Deshalb die häufigste Anfängerfrage: Brauche ich beides? Ja – und das ist normal. Fast jeder Shop kombiniert mehrere Anbieter, das ist weder unüblich noch aufwendig.

Womit Ihre Kunden in Deutschland tatsächlich bezahlen

Das EHI Retail Institute erhebt jedes Jahr, wie sich der Umsatz im deutschen Onlinehandel auf die Zahlungsarten verteilt. Die Ausgabe 2026 (Datenbasis 2025, rund 87,7 Milliarden Euro Umsatz) sieht so aus:

ZahlungsartAnteil am Umsatz
PayPal28,7 %
Kauf auf Rechnung26,1 %
Lastschrift14,4 %
Kredit- und Debitkarten13,7 %
Ratenkauf4,7 %
Apple Pay1,3 %
Sofortüberweisung0,9 %
Amazon Pay0,6 %

Zwei Dinge sind daran wichtig. Erstens: Bei kleinen und mittleren Shops ist der PayPal-Anteil noch höher als im Durchschnitt – Karten werden vor allem in großen Shops genutzt. Zweitens: Kredit- und Debitkarten sind mit plus 1,4 Prozentpunkten die am schnellsten wachsende Gruppe, angetrieben von den Debitkarten von Visa und Mastercard. Wer heute startet, braucht beides.

Interessant ist auch, was das EHI zu den tatsächlichen Kosten erhebt: Im Durchschnitt zahlen die befragten Händler für PayPal 1,94 Prozent, für den Rechnungskauf 1,42 Prozent und für die Lastschrift 0,65 Prozent. Diese Werte liegen deutlich unter den offiziellen Preislisten – große Händler verhandeln. Als kleiner Shop zahlen Sie zunächst den Listenpreis, und mit dem sollten Sie kalkulieren.

Was die Anbieter kosten

PayPal verlangt im Shop-Checkout 2,99 Prozent + 0,39 Euro. Wichtig für Dienstleister ohne Shop: Wer stattdessen nur einen Zahlungslink verschickt („Geld für Waren und Dienstleistungen"), zahlt 2,49 Prozent + 0,35 Euro. Für Zahlungen aus dem EWR fällt kein Aufschlag an, für Großbritannien 1,29 Prozent, für den Rest der Welt 1,99 Prozent. Bei Währungsumrechnung kommen 3 Prozent auf den Basiswechselkurs dazu. Eine Rückbuchung kostet 16 Euro.

Stripe ist bei Karten der günstigste Listenpreis: 1,5 Prozent + 0,25 Euro für Standardkarten aus dem EWR, 1,9 Prozent für Premiumkarten, 2,5 Prozent für britische und 3,25 Prozent für Karten von außerhalb des EWR. SEPA-Lastschrift kostet 0,35 Euro, Währungsumrechnung 2 Prozent, ein Chargeback 20 Euro – die Sie zurückbekommen, wenn Sie den Fall gewinnen. Keine Grund- oder Einrichtungsgebühr. Stripe ist technisch anspruchsvoller als die Konkurrenz und richtet sich erkennbar an Entwickler.

Mollie rechnet je Zahlungsart ab: Visa und Mastercard von Privatkunden aus der EU 1,80 Prozent + 0,25 Euro, Firmenkarten und American Express 2,90 Prozent + 0,25 Euro, Klarna 2,99 Prozent + 0,35 Euro, SEPA-Lastschrift 0,35 Euro, Überweisung 0,25 Euro, iDEAL und Wero 0,42 Euro. Währungsumrechnung 1 Prozent. Die ersten fünf Auszahlungen im Monat sind frei, danach kosten sie 0,25 Euro. Keine Grundgebühr, keine Vertragsbindung. Der Charme liegt darin, dass die europäischen Zahlarten als Festbetrag abgerechnet werden – bei hohen Warenkörben ist das konkurrenzlos günstig.

Shopware Payments ist die hauseigene Lösung von Shopware und läuft über PayPal – nicht über Mollie, wie an einigen Stellen im Netz behauptet wird. Die Konditionen sind für Shopware-Nutzer schwer zu schlagen: Visa und Mastercard 1,65 Prozent + 0,27 Euro in der Community- und Rise-Edition, 1,45 Prozent + 0,25 Euro ab Evolve. Apple Pay und Google Pay zu denselben Sätzen, PayPal zu Ihren eigenen PayPal-Konditionen ohne Aufschlag, Klarna 2,79 Prozent + 0,35 Euro, iDEAL und Wero sowie SEPA im Bereich von 0,19 bis 0,25 Prozent. Auszahlung binnen 24 Stunden, verfügbar bis hinunter zur kostenlosen Community Edition, derzeit für Deutschland und Österreich.

Klarna veröffentlicht für Deutschland keine Preise; die Konditionen werden individuell verhandelt. In Ratgebern kursieren 2,99 Prozent + 1,69 Euro für den Rechnungskauf – bestätigt ist das nicht. Falls es stimmt, ist die Fixgebühr von 1,69 Euro bei kleinen Bestellungen ein ernstes Problem. Der praktische Ausweg für kleine Shops: Klarna über Mollie oder Shopware Payments buchen, dort sind die Sätze veröffentlicht und man braucht keinen eigenen Klarna-Vertrag.

Shopify Payments kostet je nach Tarif ab 2,1 Prozent + 0,30 Euro (Basic, 25 Euro im Monat), ab 1,8 Prozent (Grow) oder ab 1,6 Prozent (Advanced). Entscheidend ist die Kehrseite: Für jeden anderen Zahlungsanbieter verlangt Shopify zusätzlich bis zu 2 Prozent Transaktionsgebühr. Wer bei Shopify ist, sollte deshalb in aller Regel Shopify Payments nutzen.

Amazon Pay liegt bei 1,9 Prozent + 0,35 Euro, ab 50.000 Euro Monatsumsatz günstiger. Bei 0,6 Prozent Umsatzanteil lohnt der Integrationsaufwand für kleine Shops selten.

Deutsche Dienstleister wie Unzer (Heidelberg), PAYONE (Kiel), Novalnet, Computop oder secupay veröffentlichen keine Preise – sie kalkulieren individuell nach Zahlungsart, Volumen und Vertrag. Marktüblich sind 0,2 bis 4 Prozent plus 11 bis 39 Cent je Transaktion. Ihr Argument ist deutschsprachiger Support mit festem Ansprechpartner. Das kann viel wert sein, wenn etwas klemmt – kostet aber meist eine Vertragslaufzeit.

Und die günstigste Zahlart von allen: Vorkasse. Keine Gebühr, kein Ausfallrisiko, keine Freischaltung. Sie liefern erst nach Zahlungseingang, was Ihre Lieferzeit um Tage verlängert und Bestellungen kostet. Als alleinige Zahlart ist das nichts – als Ergänzung am ersten Tag ist es unschlagbar.

Rechenbeispiel: Was bei 15, 60 und 400 Euro hängen bleibt

Prozentsätze allein sagen wenig. Erst mit der Fixgebühr wird sichtbar, was Sie wirklich zahlen:

Anbieter und Zahlart15 Euro60 Euro400 Euro
PayPal Checkout0,84 € = 5,59 %2,18 € = 3,64 %12,35 € = 3,09 %
Stripe, EWR-Karte0,48 € = 3,17 %1,15 € = 1,92 %6,25 € = 1,56 %
Mollie, Karte0,52 € = 3,47 %1,33 € = 2,22 %7,45 € = 1,86 %
Shopware Payments, Karte0,52 € = 3,45 %1,26 € = 2,10 %6,87 € = 1,72 %
Mollie, SEPA-Lastschrift0,35 € = 2,33 %0,35 € = 0,58 %0,35 € = 0,09 %
Klarna Rechnungskauf*2,14 € = 14,26 %3,48 € = 5,81 %13,65 € = 3,41 %

\* auf Basis der kursierenden, nicht bestätigten Konditionen

Daraus folgt das Wichtigste, was Sie über Zahlungsgebühren wissen müssen: Bei kleinen Warenkörben entscheidet die Fixgebühr, nicht der Prozentsatz. Ein 15-Euro-Verkauf über PayPal kostet Sie effektiv 5,59 Prozent, obwohl im Preisblatt 2,99 Prozent stehen. Wenn Ihr Sortiment im niedrigen zweistelligen Bereich liegt, ist das der Hebel, an dem Sie ansetzen – nicht die dritte Nachkommastelle im Kartensatz.

Warum Sie PayPal direkt anbinden sollten

Fast alle Dienstleister bieten an, PayPal gleich mit abzuwickeln. Bequem ist das – aber es kostet. Mollie berechnet dafür die PayPal-Gebühr plus 0,10 Euro je Transaktion. Bei 300 PayPal-Zahlungen im Monat sind das 30 Euro, die Sie für nichts ausgeben.

Der Aufwand für den zweiten Zugang ist überschaubar: ein PayPal-Geschäftskonto anlegen, im Shopsystem das PayPal-Modul aktivieren, fertig. Bei Shopware Payments entfällt der Punkt ohnehin, dort läuft PayPal zu Ihren eigenen Konditionen ohne Aufschlag.

Bevor Sie verkaufen: Freischaltung, Unterlagen, ausgeschlossene Branchen

Ein Händlerkonto bekommt man nicht per Knopfdruck. Rechnen Sie damit, dass Sie brauchen: ein Ausweisdokument, die Gewerbeanmeldung oder einen Handelsregisterauszug, die IBAN eines Geschäftskontos, Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer – und eine erreichbare Website mit Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung. Fehlen die Rechtstexte, verzögert sich die Freischaltung regelmäßig.

Vor allem aber: Es gibt keinen Anspruch auf Freischaltung. Jeder Anbieter führt eine Liste ausgeschlossener Branchen, und die ähneln sich stark, weil sie auf die Regeln der Kartennetzwerke zurückgehen. Bei Stripe etwa sind ausgeschlossen: Glücksspiel und Wetten, Erwachsenendienstleistungen, Krypto-Mining und der Weiterverkauf von NFTs, Cannabis- und CBD-Produkte oberhalb der lokalen THC-Grenzwerte sowie illegale Waffen und Gefahrstoffe. Nur nach zusätzlicher Prüfung geht es bei legalen Schusswaffen, E-Zigaretten und Tabak, Telemedizin und verschreibungspflichtigen Produkten.

Wenn Sie in einer dieser Ecken unterwegs sind, klären Sie den Zahlungsanbieter, bevor Sie den Shop bauen. Nichts ist ärgerlicher als ein fertiger Shop, der nicht kassieren kann.

Drei Fallen, die richtig Geld kosten

Die Lastschrift-Falle. Die Lastschrift ist mit durchschnittlich 0,65 Prozent die günstigste Zahlart – und die riskanteste. Sie brauchen dafür eine Gläubiger-Identifikationsnummer, die Sie kostenlos und ausschließlich online bei der Deutschen Bundesbank beantragen. Und dann gilt: Ihr Kunde kann eine SEPA-Basislastschrift acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen zurückgeben. Liegt kein gültiges Mandat vor oder wurde es widerrufen, sind es sogar 13 Monate. Die Ware ist dann längst raus. Für den Start ist die Lastschrift deshalb die falsche Hauptzahlart, so verlockend die Gebühr auch aussieht.

Die Shopify-Falle. Shopify verlangt für jeden fremden Zahlungsanbieter zusätzlich bis zu 2 Prozent. Wer bei Shopify einen vermeintlich günstigeren Anbieter einsetzt, zahlt am Ende drauf.

Die Kleinbetrags-Falle. Siehe Rechenbeispiel oben. Wenn Ihr durchschnittlicher Warenkorb unter 20 Euro liegt, sollten Sie über Mindestbestellwerte oder Bundles nachdenken – das wirkt stärker auf Ihre Marge als jeder Anbieterwechsel.

Ein vierter Punkt, der keine Falle, aber eine häufige Überraschung ist: Kartenzahlungen im EWR erfordern grundsätzlich eine starke Kundenauthentifizierung über 3-D Secure. Unter 30 Euro darf sie entfallen, allerdings nur für maximal fünf aufeinanderfolgende Zahlungen oder bis zu einem kumulierten Betrag von 150 Euro. Ob eine Ausnahme greift, entscheidet nicht Ihr Shop und nicht Ihr Dienstleister, sondern die Bank des Kunden.

Was Sie nicht dürfen: Aufpreis für eine Zahlart

Der naheliegende Gedanke, die Gebühren einfach an die Kunden weiterzureichen, funktioniert bei den wichtigsten Zahlarten nicht. Nach § 270a BGB ist eine Vereinbarung unwirksam, die den Kunden verpflichtet, ein Entgelt für die Nutzung einer SEPA-Überweisung, einer SEPA-Lastschrift oder einer Zahlungskarte zu zahlen. Auch die Variante „kostenlose Zahlart erst ab einem bestimmten Bestellwert" ist nach der gängigen Auslegung unzulässig.

Solche Klauseln in den AGB können von Wettbewerbern oder Verbraucherschutzverbänden abgemahnt werden. Praktisch heißt das: Die Zahlungsgebühren gehören in Ihre Kalkulation, nicht in den Checkout. Lassen Sie Ihre AGB im Zweifel anwaltlich prüfen – dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Buchhaltung: Sammelauszahlungen und Gebühren

Der Punkt, an dem im ersten Jahr fast jeder Shop stolpert: Zahlungsdienstleister zahlen gesammelt aus und ziehen ihre Gebühr vorher ab. Auf Ihrem Bankkonto landet also nicht der Rechnungsbetrag einer Bestellung, sondern eine Sammelüberweisung über mehrere Bestellungen abzüglich Gebühren. Wer das eins zu eins zuordnen will, verzweifelt.

Sauber ist es, das PSP-Konto wie ein eigenes Geldkonto zu führen: Eingang je Bestellung, Gebühr als Aufwand, Auszahlung als Umbuchung aufs Bankkonto. Die Gebühr wird üblicherweise als Nebenkosten des Geldverkehrs gebucht – SKR03 auf Konto 4970, SKR04 auf Konto 6855.

Umsatzsteuerlich gilt nach überwiegender Auffassung, dass Zahlungsverkehrsleistungen nach § 4 Nr. 8 UStG steuerfrei sind; die Gebühren enthalten dann keine deutsche Umsatzsteuer und es gibt nichts als Vorsteuer abzuziehen. Es gibt zu dieser Frage allerdings abweichende Auffassungen, die auf eine Behandlung im Reverse-Charge-Verfahren hinauslaufen. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung, bevor Sie ein Jahr lang falsch buchen.

Verkauf ins EU-Ausland – und warum iDEAL bald verschwindet

Sobald Sie über die Grenze verkaufen, wird die Zahlartenauswahl zum Umsatzfaktor. In fast jedem europäischen Land dominiert ein nationales Verfahren, das deutsche Händler nicht auf dem Schirm haben:

LandWas dort bezahlt wird
NiederlandeiDEAL, rund 70 % aller Online-Zahlungen
PolenBLIK, 2,9 Milliarden Transaktionen allein 2025
SpanienBizum, rund 31 Millionen Nutzer
BelgienBancontact
FrankreichCartes Bancaires, daneben PayPal
SchwedenSwish, dazu Klarna und andere Ratenmodelle
NorwegenVipps
DänemarkMobilePay
ItalienBancomat
PortugalMB Way

Ohne iDEAL verkaufen Sie in den Niederlanden praktisch nichts – das ist kein Komfortthema, sondern der Unterschied zwischen Bestellung und Abbruch.

Nur: iDEAL wird abgeschafft. Es geht in Wero auf, dem europäischen Bezahlverfahren der Banken. Die Systeme werden 2026 für den Onlinehandel getestet, die ersten niederländischen Webshops stellen zum Jahresende um, und 2027 soll iDEAL vollständig verschwinden. Parallel dazu hat die European Payments Initiative im Februar 2026 eine Zusammenarbeit mit Bancomat (Italien), Bizum (Spanien), SIBS (Portugal) und Vipps MobilePay (Skandinavien) vereinbart – zunächst für Zahlungen zwischen Privatpersonen, ab 2027 auch im Handel. Die nationalen Verfahren wachsen also zusammen.

Für Sie heißt das vor allem eines: Wenn Sie ins EU-Ausland verkaufen, wählen Sie einen Anbieter, der die lokalen Verfahren und Wero abdeckt, damit Sie den Wechsel nicht selbst organisieren müssen. Mollie und Shopware Payments führen beides bereits. Wie Wero funktioniert und was es für deutsche Shops bedeutet, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben: Wero im Onlinehandel.

Übrigens: Wenn Sie in Ratgebern noch über giropay stolpern – das Verfahren wurde zum 31. Dezember 2024 eingestellt. Auch paydirekt gibt es nicht mehr. Viele Anleitungen und sogar Plugin-Beschreibungen führen es weiterhin auf.

Wenn Sie später wechseln wollen

Ein Wechsel ist unkritisch, solange Sie nur Einzelbestellungen abwickeln: neues Modul aktivieren, altes deaktivieren, fertig.

Teuer wird es bei Abo-Modellen und wiederkehrenden Zahlungen. Gespeicherte Karten und erteilte SEPA-Mandate wandern nicht automatisch zum neuen Anbieter mit – im schlimmsten Fall müssen Sie alle Bestandskunden bitten, ihre Zahlungsdaten neu zu hinterlegen, und verlieren dabei einen Teil von ihnen. Wer Abos plant, sollte den Anbieter deshalb von Anfang an mit Bedacht wählen und vorab fragen, wie eine Migration ablaufen würde.

Und noch ein Rat aus der Praxis: Testen Sie jede Zahlart nach dem Einbau einmal komplett durch – Kauf, Rückerstattung, Storno. Die meisten Anbieter stellen dafür eine Testumgebung bereit. Ein Checkout, der bei der Rückerstattung klemmt, fällt sonst erst dann auf, wenn ein Kunde sein Geld zurückwill.

Wenn Sie darüber hinaus wissen wollen, was der Betrieb eines Shops sonst noch kostet, finden Sie hier eine Übersicht der Addon- und Plugin-Preise bei Shopify, Shopware und WooCommerce sowie einen Vergleich der Versanddienstleister.

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